Samstag Abend 29.08.2009 in Wilhlemshaven. Morgen ist Raceday. Dann beginnt für mich der Nordseeman auf der Mitteldistanz. Ich habe ein mulmiges Gefühl ob ich für den Wettkampf gut vorbereitet bin. Das Wetter hat sich weiter verschlechtert und Die Wetterprognose für Sonntag sagt viel Wind, starke Schauer und Temperaturen unter 18°Grad voraus.
Am Sonntag klingelt der Wecker um 6:00 Uhr. Das Thermometer zeigt 10° Grad. Zeit fürs Frühstück. Anschließend letzte Kontrolle der Ausrüstung und fertig machen zum Abmarsch. Draußen ist es grau und alles ist naß. Beim Einchecken in der Wechselzone legt sich langsam die Nervosität. Jetzt gibt es kein Kneifen mehr. Um 9:00 Uhr ist der Schwimmstart für die Mitteldistanz. Ich bin in der ersten Startgruppe mit den roten Badekappen. Kurzes Einschwimmen in der 19° warmen Nordsee und dann erfolgt pünktlich der Start. In einem großen Pulk von Triathleten gehts auf den Dreiecksschwimmkurs. in der ersten Runde habe ich Probleme mit der Orientierung und mache sicher ein paar extra Meter auf der Schwimmstrecke. Nach der ersten Boje gehts zurück und wir müssen uns durch das kabbelige Wasser durchkämpfen. Im Kanal und im See ging das vorher leichter. Nach 2 Runden ist die schwierige Schwimmstrecke absolviert und sie hat bereits viel Kraft gekostet. Jetzt erfolgt der Wechsel auf die Radstrecke, d.h. kurz abtrocknen, langes Radtrikot überziehen, Radschuhe an, Helm auf und los geht es auf die 90 km Radstrecke. 5 Runden sind dabei zu meistern und alle Teilnehmer kämpfen mit dem Wind. Dann fängt es wieder an zu regnen. Was für ein Sch… Wetter. Ich stelle mir mehrfach die Sinnfrage, ob man bei solchem Wetter überhaupt starten sollte. Kurz vor der letzten Wendemarke macht es Wroom, Wroom, Wroom, klingt als ob ich mit einer Scheibe unterwegs wäre. Habe aber keine. Dann das Malheur, das Geräusch stellt sich als ein Plattfuß am Hinterrad heraus. Glücklicherweise habe ich zum ersten Mal ein Pannenspray dabei. Schnell ist der Plattfuß behoben und weiter geht es dem Ziel entgegen. 6 Km vor dem Ziel höre ich das Geräsch wieder, nochmal absitzen und den Rest von Pannenspray in den Reifen drücken. Zum Glück hält der Reifen bis zur Wechselzone. Schuhwechsel und weiter geht es auf die 21 km lange Laufstrecke. Vom Brontekai geht es über die alte Kaiser-Wilhelm-Brücke rüber zur Promenade am Südstrand. Normalerweise eine wunderschöne Laufstrecke, aber direkt an der Nordsee bläst der Wind mit aller Kraft von vorn. Ich versuche am Anfang noch das Tempo hoch zu halten, muß aber dann dem Kräfteverschleiß Tribut zollen. Jetzt heißt es Zähne zusammenbeißen und finishen. Gerade als die Teilnehmer wieder getrocknet waren, öffnet der Himmel wieder alle Schleusen und ein gewaltiger Schauer durchnäßte alle Athleten. Nur noch 5 km, das Ziel ist greifbar nah. An der letzten Wendemarke vorbei, das letzte Mal über die Kaiser-Wilhelm-Brücke und dann im Schlußspurt ins Ziel. Ich bin kaputt und glücklich zugleich. 05:49:04 Stunden zeigt die Uhr an.
Gegenüber Limmer war der Nordseeman noch härter. Das schlechtere Wetter, viel Wind und vor allem das Schwimmen im teilweise kabbeligen Wasser, sowie der schwierigen Orientierung auf dem Dreieckskurs machten den Nordseeman für mich zu einer harten Prüfung. Nächstes Jahr werde ich wiederkommen und dann möchte ich die Strecke in unter 05:30 Stunden absolvieren.
Aloha, Jörg