Weil wir so sind…
Tuesday September 7th 2010

Triathlon Hannover, meine olympische Distanz Premiere

Die Volksdistanz war ausgebucht, da schien mir die Idee bei der olympischen Distanz (OD) zu starten nicht schlecht. Diese Distanz hatten wir beim Projekt Mittel Distanz, so zu sagen, übersprungen. Also schaue ich da jetzt doch mal rein:

Die Startvorbereitung

Am Vortag hatten ich bereits die Startunterlagen abgeholt. Ich war in der letzte Startgruppe um 15 Uhr eingeteilt. Alles lief wunderbar Stressfrei. Ich hatte gute Laune und freute mich auf den Wettkampf.

Gegen 13 Uhr schob ich Quiny in die Wechselzone. Das Plätzchen für die 435 lag im letzten Drittel, auf Höhe der 3. Palme und ich musste kurz grinsen über diese Orientierungshilfe. Es hätte auch eine Laterne sein können oder ein Tannenbaum,…eine Palme passte doch super :-)

Meine direkte Nachbarn waren schon eingescheckt und wohl so, dass ich ein Moment mit Fragezeigen über dem Kopf da stand. Wo soll ich da noch mein Quiny zwischen parken. Der Starter 436 stand noch beim Rad und riet mir “einfach zur Seite schieben”. Wenn Frau Einpark-Probleme hat, dann ist es immer gut Hilfe zu bekommen. Und so packte der 436-Starter, das Nobelrad des 434-Starters für mich mal schnell 30 cm nach links. Danke Mann!

Ich traf Susanne vom Laufclub Burgwedel und mein Kollege Andreas, der letzte Woche auch noch in Wilmeshaven am Start war. Nachdem wir alle mal kurz gejammert hatten über das Wetter,  kam tätsächlich die Sonne raus.

Um 14 Uhr war der Startschuss für die erste Gruppe. Ich schaute mir dabei den Verlauf der Schwimmstrecke an. Neben mir standen eine Oma und ein Opa mit dem kleinen Enkel und fütterten die Fische und Enten. Eine Gruppe von 10, circa 15 Kg schweren Karpfen, kämpfte mit den Enten um jeden Krümmel (*schluck*). Ich besuchte noch mal das Dixiehäuschen und wurde dann vom Andreas Freundin im Neo eingepackt.

Die Schwimmstrecke

Wie eine Schule Robben wurden wir um 14:45 Uhr von den Ordnungshüter ins Wasser getrieben. Mann war das kalt! Erst nur an den Hände und Füßen, dann aber flutete sich der Anzug langsam… Man kann auch Kaffee trinken und Kuchen essen an einen Sonntagnachmittag, habe ich gehört.Ich zog mal schnell einige Meter und schwam die Kälte davon. So weit alles gut! Der Startschuss klang und die Robbenschule brauste ins offen Wasser hinaus für 2 Runde auf einen Dreieckskurs. Das übliche Gerempel fand statt und jedes Mal wenn es ruhig wurde, musste ich feststellen das ich vom richtigen Kurs abgekommen war. Ärgerlich! An der Orientierung muss mal gezielt gearbeitet werden. Schon nach der erste Boje bemerke ich dass mein Nacken steif ist und ich Seitenstiche habe. Ich konzentriere mich, versuche öfters nach vorne zu schauen und im 3er Rhythmus zu atmen. Nach eine Weile scheint es besser zu klappen. Ich geniese beim Luftholen den Blick auf die AWD-Arena und später am Nordufer kann ich sogar den Bratwurststand riechen. Beim Eingang der 2. Runde taucht aus dem Nichts plötzlich eine Ferse auf und trifft mir an der Oberlippe *Autch*. Ich zick-zacke mich weiter durch die kalte Suppe und bekomme 50 m vor dem Ausstieg einen Krampf in der rechten Wade. Bei der Ankunft in der Wechselzone zeigt die Uhr 38′ an. Es könnte besser laufen…

Die Radstrecke

Ich hoffe dann mal auf ein beflügeltes Radfahren. Aber es kommt anders. Ich verbrate erstmal über 4′ in der Wechselzone. Bin aber jetzt warm angezogen und trete in die Pedale. Der Asphalt ist uneben und dann gibt es die Verkehrsberuhigungs-Streifen auf der Fahrbahn. Es rattert, klappert, vibriert. Und dann kommen noch die Kopfsteinpflaster. Vier Runden davon bitte. Ich versuche mich auf einen runden Tritt zu konzentrieren. Es lauft aber ziemlich eckig…

Der Unfall

Nach dem Kopfsteinpflaster biegt die Strecke links ab auf den Cityring. Eine Fahrbahnspur ist mit Kegel für den Triathlon abgegrenst. Auf der nächsten Spur rollt oder steht der Verkehr. Da liegt ein Triathlet regungslos am Boden. Es muss vor weniger als 1 Minute passiert sein. Er liegt rechts am Rand der Fahrbahnspur, etwas seitlich, fast auf dem Bauch, seine Arme unter ihm, sein Gesicht nach unten in eine Blutlache.  Es ist noch kein Rettungssanitäter oder Polizei da. Nur 2 Ordnungsleute in ihre fluogelbe Westen, der eine links von mir schreit um sich rum, der andere hockt sich neben den regungslose Verletzten, fasst ihm an der Schulter und schaut dann verzweifelt um sich…

Das hat mich ziemlich mitgenommen und ab hier fahre ich mit Laufrädern aus Blei statt Carbon. Ich habe keine Lust mehr und bin dann auch sehr froh nach 4 Runden mein Rad wieder einzuparken.

Die Laufstrecke

Ich bin so langsam dass ich angst habe ich werde auf der Strecke das Licht ausmachen müssen weil ich die letzte bin. Zum Glück geht die Laufstrecke über 2 Runde mit Wendepunkt. Dadurch begegnet man ständig noch weitere Sportler. Und ich kann mich motivieren weiter zu laufen. Bei einer Zeit van 3 Stunden 14′ halte ich mich beim nächsten Mal ganz still mit Vorhersage. Beim Zieleinlauf wartet Willy mit der Kamera und der Sprecher kündigt mich an mit “Martine Libens aus Belgien”. Ich bekomme eine Medialle fürs durchhalten :-)

Fazit

Ich glaube die OD ist nix für mich…


Medialle

Finish


One Comment for “Triathlon Hannover, meine olympische Distanz Premiere”

  • maik sagt:

    Unfall (Sichtweise 2 direkt am Ort)

    Der Ordner rief nach den Sanitätern und versuchte die nachfolgenden Fahrer umzuleiten! Die Sanie´s die sich während des ganzen Rennens an dieser Kreuzung aufhielten waren erstmal (erstaunlicher bzw. trauriger Weise) genau so Rat und Planlos wie der Polizist (Gelbe Polizei-Weste) der neben dem Opfer kniete!
    Der andere Ordner versuchte die weiteren Fußgänger und Radfahrer vom Gaffen abzuhalten und das kein weiterer Passant die Fahrbahn betritt oder befährt!

    Erstaunlicherweise konnte der Unfall erst durch die Unachtsamkeit des zweiten Polizisten, auf der anderen Seite der Kreuzung passieren. Denn immerin hat der Radfahrer, der auf die “Rennspur” geraten ist, noch 6 Fahrspuren links abbiegend überquert, bevor er auf die “Rennspur” einbog!
    Entgegen zum Artikel in der NP hat der Rennradfahrer den Unfallgegner sehr wohl gerammt. Dieser stand allerdings bereits und wurde Wahrscheinlich deshalb garnicht verlezt!

    Im allgemeinen war mit den beiden Polizisten abgesprochen, garkeine Passanten mehr über die Straßen zu lassen und über die sicheren Unterführungen zu beiden Seiten der Kreuzung umzuleiten! Was dann wohl am Durchsetzungsvermögen, dem Teilweise sehr “mageren Rennverkehr” und am Personal- und Informationsmangel scheiterte!
    Einige Passanten rannten, entgegen aller Anweisungen, auf die Fahrbahn mit der Aussage: Wieso? Es ist doch GRÜN????!!!!!.

    Fazit: Unfähigkeit, Personalmangel, ungenügende Absperrung und Ignoranz MÜSSEN BEI SO EINER VERANSTALTUNG ZUM UNFALL FÜHREN!!!!

    PS.: Gute Besserung an den armen Teilnehmer!!!!!


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